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21.08.2017

Um bis zu 100 Meter am Tag wächst das Leerrohrnetz für den Breitbandnetzausbau in Kosel. Seit Anfang August sind die Teams der Tiefbaufirma Greve in der Schleigemeinde unterwegs und verlegen zunächst die Leerrohre für das Glasfaserkabel. Bürgermeister Hartmut Keinberger und Bauausschussvorsitzende Silke Petersen sind begeistert, wie zügig der Ausbau voranschreitet. Bis Mitte September sollen die Tiefbauarbeiten in Kosel, bis Mitte Oktober in Missunde, bis Ende Oktober am Langsee und Weseby und bis Anfang November in Bohnert abgeschlossen sein. Vermutlich ab November werden dann nach und nach die Leitungen aufgeschaltet.
Doch Kosel ist nur einer von vielen Bausteinen, bis der Breitbandzweckverband des Amtes Schlei-Ostsee und Kappeln sein Ausbauziel erreicht hat. Etwas zeitversetzt zu Kosel beginnen in Gammelby Anfang September und etwa im November die Tiefbauarbeiten in Windeby, wie Jens Gieselmann, Bereichsleiter Vertrieb der Stadtwerke Schleswig erläutert. In Fleckeby, Güby, Hummelfeld und Fellhorst sind die Arbeiten bereits abgeschlossen.
Die Stadtwerke erstellen das Breitbandnetz des Verbandes und pachten und betreiben es 20 Jahre lang. „Wir machen also keine Werbung für die Stadtwerke Schleswig, sondern für unseren Verband, wenn wir um Anschlüsse bitten“, erklärt Keinberger. Keinberger ist Vorsteher des Zweckverbands und ist hoch erfreut, wenn er sieht, wie die Bagger in seiner Gemeinde Graben um Graben öffnen und die Leerrohre in die Erde kommen. „Ich war zunächst skeptisch, da ich so schnelles Internet jetzt nicht brauche“, sagt Petersen. Aber man müsse weiter denken, denn in Zukunft reiche das vorhandene Internet nicht aus.
„Man muss heute schon eine Entscheidung treffen, für etwas, was erst in naher Zukunft bedeutsam wird“, ergänzt Gieselmann. Angesichts der rasanten Entwicklung mit TV und Telefon über Internet, müssen die Internetübertragungsraten leistungsfähig und stabil sein. Das schaffe auf Dauer kein Kupferkabel. „Wer im Aktionszeitraum einen Vertrag unterzeichnet, bekommt in Up- und Download 200 Mbits Geschwindigkeit für 49,90 Euro im Monat“, so Gieselmann. Ziel des Verbands ist es, 95 Prozent der Haushalte anzuschließen. Darüber hinaus können Haushalte mit den Stadtwerken individuelle Verträge über einen Anschluss abschließen, berichtet Keinberger. In Kosel liegen gut 420 Vertragsanschlüsse vor, womit die Mindestanschlussquote erfüllt wurde. Es wird mit fünf bis zehn Prozent Nachverdichtung gerechnet. So würden einige Hausbesitzer erst aktiv, wenn die Bagger in ihre Straße kämen oder aber nach Besitzerwechseln bestehe kurzfristig Interesse an Anschlüssen. In jedem Fall sei es ratsam, sehr zügig den Kontakt zum Verband oder den Stadtwerken zu suchen, um noch in den Genuss der Aktionsvorteile zu kommen, so Gieselmann. Ein Anschluss von Gebäuden, wenn die Baukolonnen bereits weiter gezogen sind, ist immer kostenaufwendiger, ergänzt der Verbandsvorsteher. Anlieger Michael Nordmann begrüßt die Arbeiten, er freut sich „endlich auf richtiges Internet“. Spätestens in drei bis fünf Jahren reiche das vorhandene alte Netz nicht mehr aus, ist er überzeugt.
Quelle: Eckernförder Zeitung vom 19.08.2017 - Dirk Steinmetz