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10.04.2017

"Hier passiert etwas, darauf schaut Deutschland!“ Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) rückte Güby am Donnerstag in den Fokus der Bundespolitik. Anlass dafür war der symbolische erste Spatenstich für den Bau eines Glasfasernetzes in 18 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln. 37,5 Millionen Euro werden bis Ende 2019 investiert, um 485 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen.

„Das ist ein bedeutender Moment“, erklärte Albig. Denn „hinter dem Glasfaserkabel steht ein komplettes Neudenken der Art, wie wir leben“, sagte Schleswig-Holsteins Regierungschef vor gut 200 Zuhörern. Als Beispiel führte er „komplexe medizinische Dienstleistungen an“, die ein schnelles Internet möglich mache. Dies werde langfristig dafür sorgen, dass die Kompetenz aus den Universitäten im ganzen Land zur Verfügung stehe. Lob gab es für den Breitbandzweckverband (BZV) der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln. Er „agiere in vorbildlicher Weise“, um die Region zu erschließen. Dabei wies Albig auf Schleswig-Holsteins Position beim Breitbandausbau hin. 28 Prozent der Haushalte im Land hatten die Möglichkeit, sich mit Glasfaser versorgen zu lassen, in Bayern seien es nur sieben Prozent. „Wenn wir fragen, wo es hingehen soll, dann lautet die Antwort hier“, warb er für den Standort Schleswig-Holstein. Zugleich stellte er das Projekt als wirtschaftlichen Impuls für die Umgebung heraus. „Allein 22 Millionen Euro gehen in den Tiefbau und damit an Firmen aus der Region. Das ist eine große Wertschöpfung.“ Weil er zuhause weniger Internetleistung habe, überlege er schon nach Güby zu ziehen, scherzte ein launiger Albig zum Schluss.

Den meisten Applaus bekam allerdings BZV-Vorsteher Hartmut Keinberger. Seine Aussage „Fleckeby wird ausgebaut“ sorgte für kollektiven Beifall. Der Grund: In Fleckeby hatten nach Ende der Vermarktungsphase noch keine 60 Prozent der Haushalte einen Kabelanschluss geordert. Die Quote gilt als Mindestmaß für den wirtschaftlichen Netzbetrieb. Weil sie nicht erreicht wurde, bestand die Sorge, dass Fleckeby ohne Anschluss neben dem Kabelhauptstrang liegen bleibt. Keinbergers wichtiger Nachsatz lautete jedoch, „aber es müssen noch Verträge abgegeben werden“. Anlass für diesem Optimismus boten ihn die Erfahrungen in Güby, wo die 60 Prozent erreicht sind. „Auch in Güby kamen noch Haushalte dazu, als der Baustart absehbar wurde.“

Wolfgang Schoofs, Chef der Stadtwerke Schleswig, betonte als Netzbetreiber die Erfolge des erst zu Jahresbeginn angelaufenen Marketings. Im Gesamtgebiet seien bereits über 800 Verträge generiert worden. Für die 60 Prozent sind nach BZV-Angaben 6840 Hausanschlüsse nötig.   (Quelle KN, 07.04.2017)