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31.08.2017

Am Haken eines Großkrans schwebte gestern Morgen das „Herzstück“ des künftigen Breitbandnetzes für die Gemeinden im Amt Schlei-Ostsee und Teile Kappelns ein. Auf dem Klärwerksgelände in Rieseby, dem geographischen Zentrum des Breitbandzweckverbandes, wurde eine 24 Tonnen schwere Lichtwellenleiter-Station (LWL) sicher an ihren Platz aufgesetzt.
Die Station (Central-POP-Gebäude), die voller Technik steckt, ist die Schalt- und Verteilerstelle für rund 9000 Hausanschlüsse in der Region. In ihr läuft die sogenannte Backbown-Leitung ein, erklärte Garrit Freitag, Technischer Berater und Planer der Stadtwerke Schleswig. Diese Leitung war aus Schleswig kommend über Fleckeby und Kosel nach Rieseby gelegt worden. In der Station werden die Abzweiger für die sogenannten A-POP-Stationen im rund 400 Kilometer langen Glasfasernetz angeschlossen. Diese befinden sich in weiteren Orten im Verbreitungsgebiet, erklärte Freitag. Die Anlage in Rieseby kostet rund 175 000 Euro. Angesichts von rund 38 Millionen Euro Investition nur ein geringer Posten, „aber ohne die Station läuft nichts“, ergänzte Kay Wolbersen. Wolbersen und Kristian Ruff sind Bauleiter der Stadtwerke Schleswig. Sie waren nach der erfolgreichen Landung der Station mehr als erleichtert. Als sie morgens zur Baustelle kamen, da hatte der Schlagregen die bereits vorbereitete Kiestragschicht beschädigt.
Und so galt es zunächst für den Bautrupp der Schleswiger Stadtwerke als auch der Tiefbaufirma Stadelmann, die Tragschicht neu herzurichten. Infolge dieser Arbeiten kam der Zeitplan in Verzug. Während der Arbeiten hatte der Wettergott aber ein Einsehen, und es wurde trockener. Am Ende konnte Kranführer Achim von Wille & Dulies Krane seine schwere und wertvolle Last sicher vom Tieflader auf die Stellfläche setzen. Dort können nun die Feinarbeiten beginnen, heißt es aus der Zentrale der Stadtwerke Schleswig. Die Aufstellung sei ein Meilenstein des Breitbandausbaus, meinten Stadtwerke Bereichsleiter Vertrieb, Jens Gieselmann, und Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger, die morgens vorbeischauten.
In der Station werden aber nicht nur die Abzweiger zu den A-POPs installiert, es werden auch rund 2000 Hausanschlüsse für Rieseby und Umgebung angeschlossen, erklärte Freitag. Allerdings wird der Anschluss noch dauern, einen Zeitvorteil gibt es dadurch für Rieseby nicht, wie Bürgermeister Jens Kolls und weitere Mitglieder der Gemeindevertretung erfuhren.
In diesem Jahr wird noch der Ausbau des Netzes in Kosel, Gammelby und Windeby abgeschlossen. Angelaufen sind bereits die Infoveranstaltungen in den Gemeinden des zweiten Clusters. Kommende Woche ist in Loose die zweite Infoveranstaltung, sagte Gieselmann.
Quelle: Eckernförder Zeitung vom 31.08.2017 - Dirk Steinmetz