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„Atemberaubend“ schneller Ausbau

Kosel/Fleckeby. Von Null auf 470 aktivierte Hausanschlüsse: So lautet die bisherige Jahresbilanz beim Aufbau des Glasfasernetzes im Amt Schlei-Ostsee und Kappeln. Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer des Netzbetreibers Schleswiger Stadtwerke, verkündete sie am Donnerstag. Anlass war die Sitzung der Vertreter des Breitbandzweckverband (BZV) der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln. Beim 39 Millionen Euro teuren Projekt verlegt der BZV von 2017 bis 2019 ein Leerrohrnetz für Glasfaserkabel in 18 Amtsgemeinden und Kappeln. Die Stadtwerke pachten und betreiben das Netz für einen zeitgemäß schnellen Datentransport. Ziel ist, das bis Ende 2019 insgesamt 95 Prozent der Haushalte angeschlossen werden könnten.

Der Aufbau des Netzes erfolgt von Westen aus. In den Gemeinden Fleckeby, Güby und Hummelfeld sind die Tiefbauarbeiten fertig. Mit ihren Einwohnern soll der Baufortschritt am Freitag, 8. Dezember, in Fleckeby gefeiert werden. „Wir feiern ein Licht-an-Fest“, so Schoofs. Am Feuerwehrhaus gibt es Wurst und Getränke. Außerdem sind nach Auskunft von Stadtwerke-Vertriebsleiter Jens Gieselman sehenswerte Lichteffekte geplant. Ministerpräsident Daniel Günther soll Ehrengast des Festes sein.

2018 sollen weitere 1 1 Millionen Euro investiert werden

Laut Schoofs sind drei Stadtwerke-Mitabeiter allein mit der Akquise fürs schnelle Internet im BZV-Bereich beschäftigt. Der einstimmig beschlossene Haushalt 2018 sieht Investitionen von 11 Millionen Euro vor. „Das Ausbautempo ist atemberaubend“, lobte Johannes Lüneberg vom Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein die Fortschritte beim Projekt.

Da alle Parteien die Förderung des Breitbandausbaus forderten, rechnete er in Zukunft mit weiteren Förderprogrammen des Bundes. Den Zweckverbands-Vertretern ist das willkommen, denn es gibt den Ehrgeiz, nach 2019 die 100-Prozent zu erreichen. rik

Breitband erobert die Fläche

KOSEL 1000 Hausanschlüsse sind bereits verlegt, 470 Haushalte am Glasfasernetz für schnelles Internet angeschlossen. „Wir sind gut davor und täglich werden mehr Haushalte angeschlossen“, sagte Wolfgang Schoofs, Geschäftsführer der Stadtwerke Schleswig und Betreiber des Glasfasernetzes des Breitbandzweckverbands des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln.
Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger lobte bei der Verbandsversammlung am Donnerstag im Koseler Hof in seinem Bericht die sehr gute Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Immer wieder würde es sich als wertvoll erweisen, einen Partner vor Ort gefunden zu haben. Auch die Arbeit der beteiligten Tiefbaufirmen und der Mitarbeiter der Stadtwerke „erfolgt sauber und reibungslos“ sagte er, und richtete den Dank aus der Gemeinden aus. Das gemeinsame Ziel von Verband und Stadtwerken, 95 Prozent der Haushalte anzuschließen, sei immer wieder eine große Herausforderung.
In diese Kerbe schlug auch Geschäftsführer Schoofs, der an die Bürgermeister und Gemeindevertreter der Gemeinden appellierte, in denen der Aktionszeitraum zum Vertragsabschluss anstehe. Im ersten Cluster (Güby, Fleckeby, Hummelfeld, Kosel und Windeby) sei die Marke von mindestens 60 Prozent der Haushalte erreicht. Im Cluster zwei (Barkelsby, Loose, Waabs, Damp und Dörphof) laufe die Vermarktung noch. „Wir sind zuversichtlich, das zu schaffen“. Geplant ist dort der Beginn der Tiefbauarbeiten ab dem ersten Quartal 2018. Rückblickend berichte Schoofs davon, das bereits 14 000 Faser-Kilometer für das sogenannte Backbone-Kabel und 5100 Faser-Kilometer in Ortslagen verbaut wurden. Zudem wurden 80 Kilometer Leerrohre beim Backbone-Kabel und 20 Kilometer in Ortslagen im Tiefbau verlegt.
Ausbau im zweiten Cluster beginnt
Mit Vollkraft gehe es nun im zweiten Ausbaucluster weiter. Und während der Ausbau dort erfolgt, beginnen die Infoveranstaltungen und Marketingaktionen für die Gemeinden im dritten Cluster (Rieseby, Holzdorf, Thumby, Winnemark, Karby, Brodersby und Kappeln). Dort sollen der Ausbau und Anschluss der Haushalte an das Leitungsnetz mit 200 MBit im Up- und Download in 2019. Derzeit führen die Stadtwerke Schleswig Gespräche mit benachbarten Stadtwerken, um Möglichkeiten des gemeinsamen Auf- und Ausbaus des Backbone-Kabels zu erörtern. Ziel der Stadtwerke Schleswig sei es, dass das Backbone-Kabel über Schwansen, Kappeln und Süderbrarup den Anschluss an Schleswig schafft. So werde ein stabiles Netz geschaffen, erläuterte Schoofs.
Die Versammlung stimmte der Jahresrechnung 2016 zu. Diese sieht einen Fehlbetrag von 9000 Euro vor, wie Ute Sohrt, Kämmerin der Stadtverwaltung Kappeln, die die Verbandskasse führt, mitteilte. Für 2017 wird mit rund 25 000 und für 2018, so der beschlossene Entwurf des Haushaltsplans 2018, mit 35 000 Euro Fehlbetrag (2019 vermutlich 124 000 Euro) gerechnet. Dies sei aber unschädlich, da der Verband bis dahin noch keine Einnahmen aus der Vermietung und Verpachtung des Netzes generiert, ergänzte Gunnar Bock, Amtsdirektor Amt Schlei-Ostsee. Sobald dort Einnahmen verbucht werden, decken diese die Kosten der dann zu tilgenden Darlehen (11 Millionen in 2018 und 14 Millionen Euro in 2019), so Bock weiter.
Derzeit hat der Verband das Ziel, 95 Prozent der Haushalte anzuschließen. In den verbleibenden 5 Prozent sind Haushalte, die aus wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht anschließbar sind. Doch auch sie sollen in den Genuss des schnellen Internets gelangen, so das erklärte Ziel des Verbandes zur 100-Prozent-Breitbanderschließung. Einstimmig wurde dieses beschlossen, verbunden mit dem Auftrag, sich um Bundes- und Landesfördermittel zu bewerben.
Aus Sicht von Jürgen Wolff, Dezernatsleiter Breitbandinfrastruktur im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) berichtete, dass die Wahrscheinlichkeit für Fördermittel sehr groß sei. „Breitbandausbau ist erklärtes Ziel auf allen Ebenen“, sagte er.
Als Übergangslösung brachte Johannes Lüneberg vom Breitband-Kompetenz-Zentrum des Landes die Möglichkeit, für schnelles Internet über Satellit zu empfangen, ins Spiel, Interessierte könnten die Technik nutzten, bis das Breitbandnetz bei ihnen am Haus liegt.
Die Versammlung stimmte einer Kooperation mit dem Breitbandzweckverband Amt Süderbrarup zu. Dies stärke den Zusammenhalt im ländlichen Raum und könne für die Gewinnung von Fördermitteln hilfreich sein, erläuterte Bock. Dirk Steinmetz

„Herzstück“ schwebt am Kran ein

Breitbandzweckverband und Stadtwerke Schleswig installieren Lichtwellenleiter-Centralstation in Rieseby

Am Haken eines Großkrans schwebte gestern Morgen das „Herzstück“ des künftigen Breitbandnetzes für die Gemeinden im Amt Schlei-Ostsee und Teile Kappelns ein. Auf dem Klärwerksgelände in Rieseby, dem geographischen Zentrum des Breitbandzweckverbandes, wurde eine 24 Tonnen schwere Lichtwellenleiter-Station (LWL) sicher an ihren Platz aufgesetzt.
Die Station (Central-POP-Gebäude), die voller Technik steckt, ist die Schalt- und Verteilerstelle für rund 9000 Hausanschlüsse in der Region. In ihr läuft die sogenannte Backbown-Leitung ein, erklärte Garrit Freitag, Technischer Berater und Planer der Stadtwerke Schleswig. Diese Leitung war aus Schleswig kommend über Fleckeby und Kosel nach Rieseby gelegt worden. In der Station werden die Abzweiger für die sogenannten A-POP-Stationen im rund 400 Kilometer langen Glasfasernetz angeschlossen. Diese befinden sich in weiteren Orten im Verbreitungsgebiet, erklärte Freitag. Die Anlage in Rieseby kostet rund 175 000 Euro. Angesichts von rund 38 Millionen Euro Investition nur ein geringer Posten, „aber ohne die Station läuft nichts“, ergänzte Kay Wolbersen. Wolbersen und Kristian Ruff sind Bauleiter der Stadtwerke Schleswig. Sie waren nach der erfolgreichen Landung der Station mehr als erleichtert. Als sie morgens zur Baustelle kamen, da hatte der Schlagregen die bereits vorbereitete Kiestragschicht beschädigt.
Und so galt es zunächst für den Bautrupp der Schleswiger Stadtwerke als auch der Tiefbaufirma Stadelmann, die Tragschicht neu herzurichten. Infolge dieser Arbeiten kam der Zeitplan in Verzug. Während der Arbeiten hatte der Wettergott aber ein Einsehen, und es wurde trockener. Am Ende konnte Kranführer Achim von Wille & Dulies Krane seine schwere und wertvolle Last sicher vom Tieflader auf die Stellfläche setzen. Dort können nun die Feinarbeiten beginnen, heißt es aus der Zentrale der Stadtwerke Schleswig. Die Aufstellung sei ein Meilenstein des Breitbandausbaus, meinten Stadtwerke Bereichsleiter Vertrieb, Jens Gieselmann, und Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger, die morgens vorbeischauten.
In der Station werden aber nicht nur die Abzweiger zu den A-POPs installiert, es werden auch rund 2000 Hausanschlüsse für Rieseby und Umgebung angeschlossen, erklärte Freitag. Allerdings wird der Anschluss noch dauern, einen Zeitvorteil gibt es dadurch für Rieseby nicht, wie Bürgermeister Jens Kolls und weitere Mitglieder der Gemeindevertretung erfuhren.
In diesem Jahr wird noch der Ausbau des Netzes in Kosel, Gammelby und Windeby abgeschlossen. Angelaufen sind bereits die Infoveranstaltungen in den Gemeinden des zweiten Clusters. Kommende Woche ist in Loose die zweite Infoveranstaltung, sagte Gieselmann.
Quelle: Eckernförder Zeitung vom 31.08.2017 - Dirk Steinmetz

Breitband erobert Schwansen

Um bis zu 100 Meter am Tag wächst das Leerrohrnetz für den Breitbandnetzausbau in Kosel. Seit Anfang August sind die Teams der Tiefbaufirma Greve in der Schleigemeinde unterwegs und verlegen zunächst die Leerrohre für das Glasfaserkabel. Bürgermeister Hartmut Keinberger und Bauausschussvorsitzende Silke Petersen sind begeistert, wie zügig der Ausbau voranschreitet. Bis Mitte September sollen die Tiefbauarbeiten in Kosel, bis Mitte Oktober in Missunde, bis Ende Oktober am Langsee und Weseby und bis Anfang November in Bohnert abgeschlossen sein. Vermutlich ab November werden dann nach und nach die Leitungen aufgeschaltet.
Doch Kosel ist nur einer von vielen Bausteinen, bis der Breitbandzweckverband des Amtes Schlei-Ostsee und Kappeln sein Ausbauziel erreicht hat. Etwas zeitversetzt zu Kosel beginnen in Gammelby Anfang September und etwa im November die Tiefbauarbeiten in Windeby, wie Jens Gieselmann, Bereichsleiter Vertrieb der Stadtwerke Schleswig erläutert. In Fleckeby, Güby, Hummelfeld und Fellhorst sind die Arbeiten bereits abgeschlossen.
Die Stadtwerke erstellen das Breitbandnetz des Verbandes und pachten und betreiben es 20 Jahre lang. „Wir machen also keine Werbung für die Stadtwerke Schleswig, sondern für unseren Verband, wenn wir um Anschlüsse bitten“, erklärt Keinberger. Keinberger ist Vorsteher des Zweckverbands und ist hoch erfreut, wenn er sieht, wie die Bagger in seiner Gemeinde Graben um Graben öffnen und die Leerrohre in die Erde kommen. „Ich war zunächst skeptisch, da ich so schnelles Internet jetzt nicht brauche“, sagt Petersen. Aber man müsse weiter denken, denn in Zukunft reiche das vorhandene Internet nicht aus.
„Man muss heute schon eine Entscheidung treffen, für etwas, was erst in naher Zukunft bedeutsam wird“, ergänzt Gieselmann. Angesichts der rasanten Entwicklung mit TV und Telefon über Internet, müssen die Internetübertragungsraten leistungsfähig und stabil sein. Das schaffe auf Dauer kein Kupferkabel. „Wer im Aktionszeitraum einen Vertrag unterzeichnet, bekommt in Up- und Download 200 Mbits Geschwindigkeit für 49,90 Euro im Monat“, so Gieselmann. Ziel des Verbands ist es, 95 Prozent der Haushalte anzuschließen. Darüber hinaus können Haushalte mit den Stadtwerken individuelle Verträge über einen Anschluss abschließen, berichtet Keinberger. In Kosel liegen gut 420 Vertragsanschlüsse vor, womit die Mindestanschlussquote erfüllt wurde. Es wird mit fünf bis zehn Prozent Nachverdichtung gerechnet. So würden einige Hausbesitzer erst aktiv, wenn die Bagger in ihre Straße kämen oder aber nach Besitzerwechseln bestehe kurzfristig Interesse an Anschlüssen. In jedem Fall sei es ratsam, sehr zügig den Kontakt zum Verband oder den Stadtwerken zu suchen, um noch in den Genuss der Aktionsvorteile zu kommen, so Gieselmann. Ein Anschluss von Gebäuden, wenn die Baukolonnen bereits weiter gezogen sind, ist immer kostenaufwendiger, ergänzt der Verbandsvorsteher. Anlieger Michael Nordmann begrüßt die Arbeiten, er freut sich „endlich auf richtiges Internet“. Spätestens in drei bis fünf Jahren reiche das vorhandene alte Netz nicht mehr aus, ist er überzeugt.
Quelle: Eckernförder Zeitung vom 19.08.2017 - Dirk Steinmetz

Erster Spatenstich für 485 Kilometer Glasfaserkabel

"Hier passiert etwas, darauf schaut Deutschland!“ Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) rückte Güby am Donnerstag in den Fokus der Bundespolitik. Anlass dafür war der symbolische erste Spatenstich für den Bau eines Glasfasernetzes in 18 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln. 37,5 Millionen Euro werden bis Ende 2019 investiert, um 485 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen.

„Das ist ein bedeutender Moment“, erklärte Albig. Denn „hinter dem Glasfaserkabel steht ein komplettes Neudenken der Art, wie wir leben“, sagte Schleswig-Holsteins Regierungschef vor gut 200 Zuhörern. Als Beispiel führte er „komplexe medizinische Dienstleistungen an“, die ein schnelles Internet möglich mache. Dies werde langfristig dafür sorgen, dass die Kompetenz aus den Universitäten im ganzen Land zur Verfügung stehe. Lob gab es für den Breitbandzweckverband (BZV) der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln. Er „agiere in vorbildlicher Weise“, um die Region zu erschließen. Dabei wies Albig auf Schleswig-Holsteins Position beim Breitbandausbau hin. 28 Prozent der Haushalte im Land hatten die Möglichkeit, sich mit Glasfaser versorgen zu lassen, in Bayern seien es nur sieben Prozent. „Wenn wir fragen, wo es hingehen soll, dann lautet die Antwort hier“, warb er für den Standort Schleswig-Holstein. Zugleich stellte er das Projekt als wirtschaftlichen Impuls für die Umgebung heraus. „Allein 22 Millionen Euro gehen in den Tiefbau und damit an Firmen aus der Region. Das ist eine große Wertschöpfung.“ Weil er zuhause weniger Internetleistung habe, überlege er schon nach Güby zu ziehen, scherzte ein launiger Albig zum Schluss.

Den meisten Applaus bekam allerdings BZV-Vorsteher Hartmut Keinberger. Seine Aussage „Fleckeby wird ausgebaut“ sorgte für kollektiven Beifall. Der Grund: In Fleckeby hatten nach Ende der Vermarktungsphase noch keine 60 Prozent der Haushalte einen Kabelanschluss geordert. Die Quote gilt als Mindestmaß für den wirtschaftlichen Netzbetrieb. Weil sie nicht erreicht wurde, bestand die Sorge, dass Fleckeby ohne Anschluss neben dem Kabelhauptstrang liegen bleibt. Keinbergers wichtiger Nachsatz lautete jedoch, „aber es müssen noch Verträge abgegeben werden“. Anlass für diesem Optimismus boten ihn die Erfahrungen in Güby, wo die 60 Prozent erreicht sind. „Auch in Güby kamen noch Haushalte dazu, als der Baustart absehbar wurde.“

Wolfgang Schoofs, Chef der Stadtwerke Schleswig, betonte als Netzbetreiber die Erfolge des erst zu Jahresbeginn angelaufenen Marketings. Im Gesamtgebiet seien bereits über 800 Verträge generiert worden. Für die 60 Prozent sind nach BZV-Angaben 6840 Hausanschlüsse nötig.   (Quelle KN, 07.04.2017)

Schleswiger Stadtwerke sorgen für schnelles Internet, Telefonie und Fernsehen der Zukunft

Die Verbandsversammlung des Breitbandzweckverbandes der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln hat die Bau- und Betreiberleistungen zur Breitbandversorgung des Verbandsgebietes am 02. November 2016 an die Schleswiger Stadtwerke vergeben. „Damit ist ein weiterer Meilenstein zur zukunftsfähigen Anbindung unseres dünnbesiedelten Raumes an das weltweite Netz gesetzt“, stellte Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger stolz fest. Es sei ein anstrengendes und rechtlich sowie technisch herausforderndes Auswahlverfahren gewesen, welches im März 2016 mit einer EU-weiten Aufforderung zur Teilnahme an diesem Wettbewerb begonnen hatte. Von neun Unternehmen, die sich anfänglich interessierten, haben in der „Schlussrunde“ noch fünf ein verbindliches Angebot abgegeben. Neben der Wirtschaftlichkeit der Angebote waren die Leistungsfähigkeit des Netzes, das Marketingkonzept, die Endkundenpreise und -leistungen für Internet, Telefonie und Fernsehen wesentliche Vergabekriterien.

Klar ist, dass entgegen der bisher veröffentlichten Planung nicht 90%, sondern 95% der Haushalte im Verbandsgebiet in den kommenden 3 Jahren eine Anschlussmöglichkeit erhalten sollen, wobei  das mittelfristige Ziel, auch die dann noch verbleibenden 5% Außenbereichshaushalte anschließen zu können, erhalten bleibt. Im jeweiligen Ausbaugebiet gilt es nach wie vor, gemeinsam die Hürde der Mindestanschlussquote von 60% der Haushalte zu nehmen, bevor ein Ausbau gestartet werden kann. Hier gilt, dass sich alle Einwohner auch gegenseitig informieren und motivieren dieses Ziel zu erreichen. Denn, so Amtsdirektor Gunnar Bock: „Das Netz wird über den Zweckverband den Bürgerinnen und Bürgern gehören. Sie selbst können jetzt die Chancen unserer Region erweitern. Die Menschen unserer Dörfer gehören mit zu den Ersten, die im ländlichen Bereich bis ins Haus mit Glasfasern an die digitale Infrastruktur der Zukunft angeschlossen werden können.“

Das erfreulich wirtschaftliche Verhandlungsergebnis in Kombination mit der historischen Zinssituation versetzt den Zweckverband in die Lage, den Ausbau ohne die bereits in Aussicht gestellte Bundesförderung in Höhe von ca. 6,5 Mio. € umzusetzen, so dass auch verschiedene Förderbedingungen entfallen, was wiederum die Umsetzung der Gesamtmaßnahme erleichtert und vor allem beschleunigt. Offensichtlich wurde genau der richtige Zeitpunkt für die Umsetzung dieses 38 Mio. €-Projektes gewählt.

In Abstimmung mit dem künftigen Betreiber wird es bereits Ende 2016 für die Einwohnerinnen und Einwohner des ersten Teilabschnittes (Güby, Hummelfeld, Fleckeby, Kosel, Windeby und Gammelby) eine Informationsveranstaltung geben. Ein Baubeginn könnte im März 2017 möglich sein. Im Jahr 2018 ist der zweite Teilabschnitt mit den Gemeinden Barkelsby, Loose, Waabs, Damp und Dörphof geplant und im Jahr 2019 sollen die Gemeinden Altenhof, Rieseby, Holzdorf, Thumby, Winnemark, ggf. Karby, Brodersby sowie die Stadt Kappeln erschlossen werden.

Breitbandzweckverband beauftragt Stadtwerke Schleswig mit Netzausbau / Ausbaustart soll im Februar im Südwesten des Amtes starten (Quelle shz, 18.11.2016)

Die Zukunft hat begonnen. Internet, Telefon und Fernsehen via Glasfaserkabel wird in den nächsten drei Jahren die Gemeinden im Amt Schlei-Ostsee und die Stadt Kappeln erschließen. Gestern unterzeichnete der gleichnamige Breitbandzweckverband den Ausbauvertrag mit den Stadtwerken Schleswig. Das Unternehmen hatte als wirtschaftlichster Bieter in einer EU-weiten Ausschreibung des Verbands den Zuschlag erhalten.

Der Verband investiert brutto 37,5 Millionen Euro. Die Stadtwerke werden bis 2019 in drei Bauabschnitten 395 Kilometer Tiefbau vornehmen und dabei 485 Kilometer Glasfaserkabel verlegen. Von den 11 400 Haushalten im Verband wollen die Stadtwerke eine Mindestanschlussqoute von 60 Prozent erreichen. Die Vermarktung für den ersten Ausbauabschnitt im Südwesten des Amtes beginnt in Kürze, der Netzausbau soll im Februar starten. Die Stadtwerke pachten das erstellte Netz vom Verband. Sie liefern 75 Mbit/s Datenübertragung an die Endverbraucher.

„Es ist ein Meilenstein für uns“, sagte Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger. Noch vor einem Jahre habe er nicht geglaubt, dass man heute soweit sei. Er sei sehr froh, dass mit den Stadtwerken aus Schleswig ein regionaler Anbieter den Zuschlag unter den zuletzt verbliebenen fünf Bietern erhielt. Zugleich ist er froh, den Bürgern nun ein Netz anbieten zu können, das auf bis zu 1000 Mbit ausbaubar sei, so Keinberger. Angesichts ständig steigender Datenmengen habe das eine große Bedeutung.

Für die Stadtwerke Schleswig ist der Auftrag durch den Verband der bisher größte Vertragsabschluss des Unternehmens, sagte Geschäftsführer Wolfgang Schoofs. Hinter ihnen liege eine lange und aufwändige Bewerbungsphase, die sie erfreulicherweise für sich entscheiden konnten. Derzeit befindet sich die Breitbandnetzsparte im Wachstum, so Schoofs. In Schleswig betreibt das Unternehmen bereits Kommunikationsnetze, seit wenigen Jahren sind die Stadtwerke auch Dienstleister für den Endverbraucher. Es sei für sie eine klare Geschäftsstrategie, sich in der Region zu engagieren und zu investieren, stellte Schoofs fest. Nun komme es auf die Bürgermeister der Verbandsgemeinden und der Stadt Kappeln an, dass sie Werbung für „ihr Bürgerbreitbandnetz“ machen. „Wir sind ihrer Region sehr verbunden“, warb Schoofs für eine gute Zusammenarbeit. Die Stadtwerke werden ihre Kommunikationssparte personell deutlich verstärken. Schoofs sprach von 20 zusätzlichen Mitarbeitern. Erreichbar sind die Mitarbeiter in zwei Kundencentern in Schleswig und Kappeln. Informationen erhalten Bürger auch unter Tel. 04621/801 0.

Der Ausbau soll nach bisherigem Stand im Februar im Südwesten in den Gemeinden Güby, Hummelfeld, Fleckeby, Kosel, Windeby und Gammelby beginnen. In 2018 folgen die Gemeinden an der Ostsee, von Barkelsby bis Dörphof. In 2019 kommen die Gemeinden an der Schlei von Rieseby bis hoch nach Kappeln an die Reihe. Außerdem die Gemeinde Altenhof. Während des Ausbaus werden 95 Prozent aller Anwohner in den Straßen potenziell erreicht.

Die Stadtwerke werden noch vor Weihnachten mit dem Marketing beginnen. Der Anschluss direkt an das Glasfaserkabel ist für alle Haushalte in der Phase des Ausbaus kostenlos. Wer später anschließen will, muss für den Hausanschluss separat zahlen.
Die Bürgermeister der Gemeinden würdigten den Vertragsabschluss mit einem Empfang und kündigten an, in Kürze mit der Information für das Breitbandnetz zu beginnen. (Quelle shz, 18.11.2016)

Zweckverband erhält Förderbescheid über knapp 4,4 Mio. €

Der Bundesminister für Verkehr und Infrastruktur, Alexander Dobrindt, hat Verbandsvorsteher Hartmut Keinberger, seiner 2. Stellvertreterin Ursula Schwarzer, Amtsdirektor Gunnar Bock und Planer Jan Schmöckel in Begleitung von Dr. Johann Wadephul, MdB, einen Förderbescheid für den Ausbau der Breitbandinfrastruktur im Gebiet des Amtes Schlei-Ostsee in Höhe von 4.379.558,00 € übergeben. Diese Förderzusage, die als eine der ersten bundesweit vergeben wurde, beflügelt das Gesamtprojekt mit Kosten in Höhe von insgesamt 21,48 Mio. € netto, wobei Verbandsvorsteher Keinberger die Fahrt nach Berlin noch dazu genutzt hat, einen weiteren Förderantrag in Höhe von 1,73 Mio. € zum Ausbau der Außenbereiche der Stadt Kappeln im Ministerium abzugeben.

Nachdem Hartmut Keinberger dem Minister während der feierlichen Zeremonie die genaue örtliche Lage des Breitbandzweckverbandes (hinter der Rader Hochbrücke) erklären durfte und Ursula Schwarzer die Bedeutung für die Region hervorgehoben hatte, bedankte sich der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Dr. Wadephul, für die unbürokratische Hilfestellung durch das Ministerium.

Mit der Förderung kann die ursprünglich angedachte „Mindestteilnehmerquote“ von 60% der Haushalte im Amtsgebiet Schlei-Ostsee auf realistische 50% gesenkt werden, während in Kappeln voraussichtlich 37% ausreichen. Außerdem wird eine großflächige Erschließung auch der Außenbereiche wahrscheinlich.

Der Breitbandzweckverband sucht jetzt nach einem Betreiber und Erbauer des Netzes. Mit einer Beauftragung ist in dem formellen europaweiten Auswahlverfahren nicht vor Ende 2016 zu rechnen. Ein Baubeginn wird witterungsabhängig Anfang 2017 erhofft.

Gunnar Bock

Zusage über Zuschuss zu den Baukosten wird zeitnah erwartet

Der Breitbandzweckverband der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln zählt bundesweit zu den ersten, die einen Bundeszuschuss aus dem 2,1 Milliarden schweren Fördertopf von Infrastrukturminister Dobrindt beantragt hat. Für die Verlegung eines Glasfasernetzes in jedes Haus werden Kosten in Höhe von ca. 21 Mio. € erwartet. Die Gewährung des beantragten Zuschusses von 4,4 Mio. € würde eine Realisierung des Vorhabens beflügeln bzw. ermöglichen. Die Zusage wird noch im März erhofft. Sodann kann auch die Suche nach einem künftigen Betreiber des Netzes durch eine europaweite Ausschreibung gestartet werden, die im Jahr 2016 abgeschlossen werden soll, damit 2017 die Bagger rollen können.

Förderzusage für Breitbandausbau vom Bundesminister erhalten

Bundesminister Alexander Dobrindt hat heute die ersten Förderbescheide für Mittel aus dem milliardenschweren Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau übergeben. Damit erhalten die ersten 31 Kommunen und Landkreise mit unterversorgten Gebieten bis zu 50.000 Euro. Mit dem Geld können sie Ausbauprojekte für schnelles Internet planen und Antragsunterlagen für eine Bundesförderung dieser Projekte erstellen. In einem zweiten Schritt vergibt das BMVI jeweils bis zu 15 Millionen Euro, um die Umsetzung von Ausbauprojekten zu fördern.

Dobrindt:
Das Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau ist schon jetzt ein Erfolg: Das Angebot wird gut angenommen und die Anträge werden schnell und unbürokratisch bearbeitet. Insgesamt nehmen wir 2,7 Milliarden Euro an Fördergeldern in die Hand, um ganz Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen. Wir machen allen Kommunen und Landkreisen ein Angebot, das Bundesprogramm zu nutzen, damit es bis 2018 auf der Landkarte keine weißen Flecken mehr gibt.

Seit dem 18. November können Kommunen und Landkreise Förderanträge für ihre Ausbauprojekte stellen. Damit sollen unterversorgte Gebiete einen Netzzugang von mindestens 50 Mbit pro Sekunde erhalten. Die Anträge können unter www.breitbandausschreibungen.de eingereicht werden.

Seit dem Start des Programms haben sich mehr als 60 Kommunen und Landkreise um eine Förderung beworben. Täglich kommen neue Anträge hinzu. Mehr als die Hälfte der Anträge konnte bereits positiv beschieden werden.

Mit dem Bundesförderprogramm wird der Netzausbau technologieneutral gefördert. Der Fördersatz beträgt 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Da das Bundesprogramm mit Förderprogrammen z. B. der Länder kombinierbar ist, kann der Eigenanteil der Kommunen bis auf 10 Prozent reduziert werden.

Weitere Informationen unter: www.bmvi.de/breitband